Wenn der Nebel ins Land zieht

Im Herbst, wenn die Wassertemperaturen fallen und die Nächte kalt und lang werden, hat man nochmals gute Chancen, erfolgreich am Rhein auf Waller zu fischen. Der richtige Angelplatz spielt jetzt eine große Bedeutung, denn die Welse ziehen sie sich in tief ausgespülte Buhnen sowie strömungsarme Gewässerabschnitte  zurück.
Diese Hot-Spots befischt man jetzt  effektiv mit der Steinmontage.
Die Montage ist Baugleich wie die normale U-Posenmontage, nur befestige ich an meinen Wirbel kein Blei, sondern einen Stein, den ich vorher mit Sisalschnur verschnürt habe. Hieran befestige ich dann meine Reißleine (0,45-0,50mm Monofil). Steine von circa 4-5 Kilo sind ideal und trotzen auch dem Sog vorbeifahrender Schiffe.
Wichtig ist natürlich ein Boot und ein Echolot. Man nimmt die Rute mit komplett beköderter Montage mit ins Boot und fährt an den angepeilten Platz. Mit dem Echolot findet man alle Hot-Spots recht schnell. Ich versuche meinen Köder immer oberhalb der Kante abzulegen, so dass der Köder später verführerisch vor der Kante in der Strömung spielt. Hat man solch einen Punkt gefunden, halte ich das das Boot in der Strömung und lasse den Köder ins Wasser. Wenn sich das beköderte Vorfach komplett im Wasser gestreckt hat, wird der Stein bei geöffnetem Rollenbügel zum Grund gelassen. Beim zurückfahren an das Ufer wird die ablaufende Schnur mit den Fingern gebremst. Am Ufer sollte die Rute möglichst steil aufgestellt werden. Die Schnur muss so auf Spannung gebracht werden, dass sich die Rutenspitze verneigt. Diese Spannung ist wichtig zur Bissübertragung, Vermeidung von Schnurbögen im Wasser, Kontrolle des Köderspiels und letztendlich für den Selbsthakeffekt des beißenden Wallers.
Im Herbst fressen sich die Waller die notwendige Speckschicht für den Winter an. Deswegen biete ich jetzt große Köderfische an. Ich präsentiere sie verführerisch mit Hilfe der beschriebenen Montage, etwa 30cm über dem Gewässerboden.

Bericht 1
Foto,  Rheinwaller 214cm, Fänger Maik Grieb und Peter Merkel